Die Geschichte der Gebärdensprache
Projekttage der LGS Neuwied zum Thema „Deutsche Gebärdensprache (DGS)“ an der LGS Neuwied
Zum ersten Mal seit der Veröffentlichung dieser Website im Jahr 2022 haben Schülerinnen und Schüler der LGS Neuwied sich wieder mit der Geschichte der Einrichtung oder der Geschichte hörgeschädigter Menschen in Neuwied beschäftigt. Anlass dazu waren die Projekttage vom 25.03.26 – 27.03.26 zum Thema „Deutsche Gebärdensprache DGS“, bei der eine Projektgruppe von 14 Schülerinnen und Schülern sich besonders intensiv mit dem Thema „Geschichte der Gebärdensprache“ beschäftigt hat.
Dies geschah in folgenden Teilthemen:
- Die Entwicklung der Gebärdensprache von der Antike bis heute
- Die Rolle der spanischen Pädagogen im 16. Jahrhundert
- Die Entwicklung der Schulen für Gehörlose und Schwerhörige von 1771 bis heute
- Die Situation gehörloser Menschen in der NS-Zeit (auch in Neuwied)
- Einzelschicksale gehörloser Menschen in Schulen für Gehörlose und Schwerhörige
- Die Erforschung der Gebärdensprache und ihre Anerkennung als vollwertige Sprache (2002)
Heute ist die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ein fester Bestandteil des schulischen Lebens und des Unterrichtsangebots an unserer Einrichtung. Das war in der Vergangenheit nicht immer so und viele gehörlose Schülerinnen und Schüler mussten auch in Neuwied auf die Sprache verzichten, in der sie am besten hätten kommunizieren können.
Mit solchen Angeboten wie diesen Projekttagen möchte die LGS dafür sorgen, DGS weiter als festen Baustein ihrer Identität zu verankern und allen hörgeschädigten Menschen eine kommunikative Identität ermöglichen.
Folgende Zusammenstellung zur Geschichte der Gebärdensprache in Verbindung mit der Geschichte der Schulen für Gehörlose und Schwerhörige ließ sich aus den Ergebnissen der Recherchen der Schülerinnen und Schüler erstellen:
- Antike (bis 5. Jahrhundert): erste Kommunikation bei Hörgeschädigten mit Gesten
- Mittelalter (5. -15. Jahrhundert): Kommunikation mit Gesten zu religiösen Zwecken
- 16. Jahrhundert: spanische Pädagogen (Bonnet, Ponce de Leon) unterrichten Gehörlose und nutzen unter anderem ein Fingeralphabet
- 1771: Gründung der ersten Gehörlosenschule in Paris (Kommunikation mit Gebärden)
- 1778: Gründung der ersten Gehörlosenschule in Deutschland in Leipzig (Kommunikation über Lautsprache)
- 1854: Gründung der Provinzial-Taubstummenanstalt in Neuwied
- 1880: Mailänder Kongress (weitgehende Einschränkung der Gebärdensprache an den Schulen) – Dominanz der Lautsprache
- 1933-1945: Verfolgung vieler hörgeschädigter Menschen, auch in Neuwied mit Zwangssterilisierung oder Ermordung (Euthanasie)
- ab ca. 1970: sprachwissenschaftliche Erforschung der DGS in Deutschland
- 2002: Anerkennung der DGS als vollwertige Sprache







